„Pretty Woman“ Julia Roberts feiert ihren 50. Geburtstag

Actress Julia Roberts the attends the amfAR Gala Los Angeles in her honoer on October 13, 2017 in Beverly Hills, California. / AFP PHOTO / VALERIE MACON
Ein ganz spezielles Geburtstagsständchen für Julia Roberts kam schon zwei Wochen vor ihrem runden Jubiläum. Mitte Oktober stand der Hollywood-Star bei der amfAR-Gala in Beverly Hills auf der Bühne – Roberts wurde für ihr Engagement im Kampf gegen Aids geehrt. Als Überraschung gab Coldplay-Sänger Chris Martin ein selbst komponiertes Lied über ihr Lächeln – „Julia Roberts“ Smile“ – zum Besten.
   „Eine halbe Meile breit“, „wie ein großartiger Stern“, „ein Lächeln, das die ganze Welt erleuchtet“, säuselte Martin. Und als Zugabe sang er auch noch den Roy-Orbison-Klassiker „Oh, Pretty Woman“, das Titellied der Filmromanze, die Roberts 1990 berühmt machte. 23 Jahre alt, mit ihrem unwiderstehlichen Lachen, verzauberte sie damals als die „Pretty Woman“-Prostituierte Vivian Ward den reichen Geschäftsmann Edward Lewis (Richard Gere) und dazu die ganze Welt. Am 28. Oktober wird die Schauspielerin 50 Jahre alt.
   Das hinreißende Lächeln hat die dreifache Mutter immer noch drauf. Das US-Magazin „People“ kürte sie im vergangenen April zum fünften Mal zur „Schönsten Frau der Welt“, ein Rekord. Schon in den Jahren 1991, 2000, 2005 und 2010 hatte man ihr den Titel zugesprochen. „Ich war einfach bezaubernd und naiv“, erinnerte sich Roberts an die Zeit, als sie die erste Auszeichnung vor 26 Jahren erhielt.

Actress Julia Roberts the attends the amfAR Gala Los Angeles in her honoer on October 13, 2017 in Beverly Hills, California. / AFP PHOTO / VALERIE MACON

   Mit 50 Jahren zieht Hollywoods „Pretty Woman“ in einem Interview mit der Zeitschrift „Harper’s Bazaar“ Bilanz. Sie ziert das Titelbild der November-Ausgabe und gibt freimütig über ihre Karriere und ihre Familie Auskunft. Selbstkritisch schaut sie auf ihre Anfänge in Hollywood zurück: „Ich selbst war mir am wichtigsten, eine egoistische kleine Göre, die herumlief und Filme machte.“ Inzwischen habe längst die Familie Vorrang. „Säße ich jetzt nicht
hier beim Interview, dann wäre ich im Auto, um meine Kinder zur Schule zu fahren“, sagt Roberts.
   Die Begegnung mit dem Kameramann Danny Moder auf dem Set von „The Mexican“ (2001) hat das Leben von Amerikas „Sweetheart“ verändert. Damals lagen zahlreiche längere und kürzere Liebschaften hinter ihr
– von Kiefer Sutherland über Lyle Lovett bis zu Benjamin Bratt und Dylan McDermott. 2002 heiratete sie Moder auf ihrer Ranch in New Mexico, im vergangenen Juli feierten sie ihren 15. Hochzeitstag, zusammen mit den Zwillingen Hazel und Phinnaeus (12) und dem zehn Jahre alten Henry Daniel. „Durch Danny fand ich mich selbst“, sagt Roberts in „Harper’s Bazaar“. Er gebe ihrem Leben Sinn und lassen ihr Inneres strahlen.
   Ihre Erfüllung in der Elternrolle teilt Roberts gerne mit. „Probiert es einfach aus, es gibt viele Tränen, und es ist einfach toll“, empfahl sie im Mai ihrem Leinwand-Ehemann aus „Ocean“s 12“, George Clooney, und seiner Frau Amal, die wenig später Zwillinge zur Welt brachte.
   Mit Clooney stellte Roberts 2016 bei dem Filmfestspielen in Cannes auch die gemeinsame Finanzsatire „Money Monster“ vor. Für Wirbel sorgte die Schauspielerin, als sie – zwar im schwarzen Abendkleid – aber barfuß die Stufen über den roten Teppich zum Festivalpalast hinaufstieg. Nach einer Traumkarriere kann Hollywoods „Pretty Woman“ auf strikte Kleiderordnungen pfeifen.
   Als drittes Kind einer Südstaaten-Familie geboren, wuchs Roberts unweit von Atlanta, Georgia, in einfachen Verhältnissen auf. Ihre Eltern, die mehr schlecht als recht von einem fahrbaren Kindertheater lebten, ließen sich früh scheiden.
   Mit der Komödie „Pizza Pizza – Ein Stück vom Himmel“ hatte Roberts 1988 ihren ersten Erfolg. Schon ein Jahr später brachte ihr eine Nebenrolle im Drama „Magnolien aus Stahl“ die erste Oscar-Nominierung ein. Als „Pretty Woman“ wurde sie 1990 über Nacht zum Star. Mit Filmen wie „Flatliners“, „Die Hochzeit meines besten Freundes“ und „Notting Hill“ kletterten die Gagen.
   Für den Film „Erin Brockovich“ unter der Regie von Steven Soderbergh konnte sie als erste Schauspielerin eine Rekordgage von 20 Millionen Dollar aushandeln. Überzeugend spielte sie die alleinerziehende Mutter, die mit gesundem Menschenverstand und einem Schuss Sexappeal einen mächtigen Energiekonzern in die Enge treibt. Dieser Auftritt wurde 2001 mit dem Oscar belohnt. „Ich liebe es, hier oben zu stehen“, sagte die damals 33-Jährige und schwenkte die goldenen Statuette.
   Als Mutter gönnt sich Roberts nun längere Auszeiten oder sie nimmt die Familie einfach mit, wie bei den monatelangen Dreharbeiten in Italien, Indien und Bali für das Roadmovie „Eat Pray Love“ (2010). Sie muss auch nicht mehr die Schönste auf der Leinwand sein. In der „Schneewittchen“-Verfilmungen „Spieglein Spieglein“ (2012) mimt Roberts die böse Königin. In dem Thriller „Vor ihren Augen“ legte sie als gramerfüllte FBI-Beamtin ihr breites Lächeln völlig ab. Damit übertraf sie noch ihren Auftritt als verhärmte Tochter im Drama „Im August in Osage County“, der ihr 2014 eine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle einbrachte.
   Mit 50 Jahren wagt sich Roberts mit ihrer ersten TV-Serie auf Neuland. Dem Branchenblatt „Variety“ zufolge spielt sie die Hauptrolle in einer geplanten Serie nach der Bestseller-Vorlage „Today Will Be Different“. Die amerikanische Autorin Maria Semple beschreibt darin einen Tag im Leben einer Frau, die plötzlich beschließt, überfällige Alltagsdinge und aufgeschobene Projekte in Angriff zu nehmen. Doch Familie und Freunde bringen ihren Plan durcheinander. Eine Rolle, in der Roberts bestimmt Zähne zeigen kann.
PR- Agentur Peter & Partner

Bildquelle: APA (AFP)/VALERIE MACON
Bildtitel: Julia Roberts wurde durch den Film „Pretty Woman“ weltberühmt
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